Als Expertin für eine Forschungsarbeit der PH Oberösterreich

 

Praxiswissen trifft Forschung


 

Im Jahr 2026 durfte ich meine Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Kindern mit Legasthenie im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich einbringen.

 

Für die qualitative Untersuchung „Erfahrungen mit Fördermaßnahmen im außerschulischen Kontext bei Kindern mit Legasthenie – eine qualitative Untersuchung aus Expert:innenperspektive“ wurde ich als eine von zwei Expertinnen interviewt.

 

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit standen die Fragen, wie außerschulische Förderung gestaltet wird, welche Erfahrungen Expertinnen mit unterschiedlichen Fördermaßnahmen machen, wie diese individuell an Kinder angepasst werden und welche Bedingungen eine erfolgreiche Förderung beeinflussen.

 

Was die Forschungsarbeit über meine Arbeit hervorhebt

 

🧩 Individuelle Förderung statt Schema F

 

Jedes Kind bringt andere Stärken, Schwierigkeiten und Bedürfnisse mit. Genau deshalb muss auch die Förderung individuell gestaltet werden.

 

„Es ist wirklich kein Legastheniker gleich.“

 

Die Forschungsarbeit hebt hervor, dass bei meiner Arbeit dort angesetzt wird, wo das einzelne Kind konkrete Schwierigkeiten zeigt und die Förderung entsprechend angepasst wird.

 

 

🎲 Spielerisch und kindgerecht lernen

 

Kinder lernen leichter, wenn Motivation, Freude und positive Lernerfahrungen erhalten bleiben. Deshalb verbinde ich gezielte Förderung mit spielerischen und wahrnehmungsorientierten Elementen.

 

Die Forschungsarbeit beschreibt meinen Zugang als praxisnah, spielerisch, ganzheitlich und wahrnehmungsorientiert.

 

Dabei geht es nicht darum, einfach noch mehr „Schule“ zu machen. Kinder sollen neue Wege kennenlernen, mit ihren Schwierigkeiten umzugehen und ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.

 

 

🤝 Eltern als wichtiger Teil der Förderung

 

Eine Förderstunde allein kann nicht alles leisten. Entscheidend ist auch, wie ein Kind im Alltag begleitet wird.

 

Deshalb gehören der regelmäßige Austausch mit Eltern, kleine passende Übungen und die Abstimmung auf die aktuelle Situation des Kindes zu meiner Arbeit.

 

Die Forschungsarbeit hebt bei meinem Ansatz insbesondere die Bedeutung von Elternzusammenarbeit, Motivation und individueller Alltagsnähe hervor.

 

 

🌱 Lernen mit allen Sinnen

 

Auch Sinneserfahrungen, Bewegung, Natur und geeignete Hilfsmittel können Bestandteil einer kindgerechten Förderung sein.

 

„Außerschulisch wäre für die Kinder voll super, wenn sie viel in der Natur sind, ganz viel. Das ist ganz wichtig für die Sinneswahrnehmung.“

 

Hilfsmittel sehe ich dabei nicht als „Vorteil“ gegenüber anderen Kindern. Sie können einem Kind Sicherheit geben und dabei helfen, vorhandene Schwierigkeiten besser auszugleichen.

 

 

🧑‍🏫 Kindgerecht, individuell und fachlich fundiert

 

Ein besonders schönes Ergebnis der Forschungsarbeit ist für mich die Erkenntnis, dass eine sinnvolle außerschulische Förderung fachlich fundiert und gleichzeitig kindgerecht gestaltet sein sollte.

 

Genau darin sehe ich auch meine Aufgabe: Nicht jedes Kind in ein vorgegebenes Trainingsschema zu pressen, sondern herauszufinden, was dieses eine Kind braucht, um wieder mit mehr Sicherheit und Motivation lernen zu können.

 

 

Quelle

Kainberger, V., Mohr, A. & Spiesberger, E. (2026). Forschungsbericht. Erfahrungen mit Fördermaßnahmen im außerschulischen Kontext bei Kindern mit Legasthenie – eine qualitative Untersuchung aus Expert:innenperspektive. Unveröffentlichte Seminararbeit, Pädagogische Hochschule Oberösterreich. 

 

Die dargestellten Aussagen und Ergebnisse stammen aus der von den Autorinnen für diesen Zweck freigegebenen gekürzten Fassung des Forschungsberichts.